Die schönsten Rebberge der Stadt

Wein aus der Stadt Zürich? Gibt es tatsächlich. Grösster Weinproduzent der Limmatstadt ist Landolt Weine, seit 1834 ein tief in Zürich verwurzelter Familienbetrieb.

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Sämtliche Trauben werden von Hand abgenommen.

Zürich ist eine Bankenstadt. Eine Kulturstadt. Aber auch eine Winzerstadt. Im 18. Jahrhundert war praktisch jede geeignete grüne Fläche der Stadt mit Reben bepflanzt. Und heute? Es gibt sie noch, die Rebflächen. Trotz hohen Bodenpreisen und dichter Überbauung. Nur weiss kaum jemand davon. Warum?

Vielleicht ein Grund: die drei schönsten Rebflächen der Stadt Zürich sind enorm gut versteckt. Und das ist gut so. Denn während das Seebecken und die Limmat im Sommer von tausenden Stadtbewohnern förmlich überlaufen sind, können die Trauben des Weinguts Landolt zu diesem Zeitpunkt in Ruhe Sonne tanken, bevor sie im Herbst geerntet und zu Wein verarbeitet werden.

Wo einst Gottfried Keller wohnte ...

Mitten im Kreis 2 etwa, schier unsichtbar eingebettet zwischen Waffenplatz und der Kirche Enge, wachsen auf der Rebfläche «Bürgli-Enge» Riesling-Sylvaner-Trauben. Autor Gottfried Keller hatte von seiner Schreibstube einen herrlichen Blick auf die Reben, als er etwa seinen «Grünen Heinrich» verfasst hat.

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Reben, Kirche und das einstige Wohnhaus von Gottfried Keller auf einem Bild.

Wie Gottfried Keller einst in der Enge blicken die Fifa-Mitarbeiter vom Hauptsitz des Fussballverbands heute in Hottingen auf Reben hinab. Aus den im «Sonnenberg» wachsenden Pinot Noir-Trauben wird unter anderem der einzige flaschenvergorene Schaumwein der Stadt hergestellt, der Brut Blanc de Noir.

Gleich gegenüber Wollishofen schliesslich liegt die Burghalde in Riesbach. Das Herzstück des Weinguts Landolt und mit fast zehn verschiedenen Sorten auf vier Hektaren ein Traubensortenmuseum auf engstem Raum.

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Nik Zeljkovic ist Zürcher durch und durch. Die Stadt kennt er fast so gut wie «seine» Rebberge.

Die Reben werden allesamt von der Rebwerk GmbH bewirtschaftet. Winzermeister Nikola Zeljkovic kennt die Stadt Zürich (fast) genauso gut wie «seine Rebberge» und bringt enorm viel Herzblut und Wissen über den Weinbau ein. Unterstützt wird er von Monika und Hunor Eröss, die zwischen dem eigenen Gastbetrieb im rumänischen Siebenbürgen und Zürich «pendeln».

Wanderung durch Zürichs Weinwelt

Landolt Weine ist bestrebt, diese Rebberge der Bevölkerung zu zeigen. Seit vergangenem Sommer wird die Weinwanderung durch die Stadt Zürich angeboten, die sich immer grösserer Beliebtheit erfreut und jeweils rasch ausgebucht war.

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Marc Landolt – hier in der neuen Vinothek im Binz-Quartier – führt das Unternehmen in sechster Generation.

«Wir arbeiten nicht mit Idioten»

Die Weine aus der Stadt sowie dem Zürcher Weinland sind der grosse, aber nicht einzige Stolz von der knapp 20-köpfigen Landolt-Crew. Das Traditionsunternehmen importiert und verkauft Weine von rund 50 Weingütern rund um den Globus. Von Argentinien bis Neuseeland, von Südafrika bis in den Libanon, von Spanien bis Österreich.

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Die unter dem Label «Stadt Zürich» vermarkteten Weine sind in und um die Stadt Zürich enorm beliebt.

Bei der Auswahl der Partner steht ein Credo im Vordergrund: «Wir arbeiten nicht mit Idioten.» So ist es auch zu erklären, dass im Verlauf der Jahrzehnte nicht einfach Kooperationen, sondern wahre Freundschaften entstanden sind. Und ein Sortiment, das aus Exklusivitäten, Raritäten und wahren Perlen besteht. Diese zeigt Landolt immer wieder an seinen Events wie Winefestivals, Weinlabors oder bei den Tastings in der neuen Vinothek in Zürich-Binz.

Passend zur Wein-Serie im Oktonber traf Tsüri.ch Landolt Weine im Rebberg Burghalde: Hier geht es zum Artikel.

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