Note «ungenügend»

6 Sicherheitslücken im Stadtzürcher Velonetz

Zürich will eine Velostadt werden. Doch nicht alles, was geplant wurde, überzeugt im Alltag. Diese sechs Beispiele zeigen, wie Velowege zur Geduldsprobe werden – und manchmal einfach im Nichts enden.

1. Kornhausbrücke – Veloweg mit Ampelhindernis

Mitten auf der Velospur steht eine Ampel. Ein Hindernis, das zum Ausweichen zwingt. Besonders bei Gegenverkehr wird es eng, die Führung ist alles andere als intuitiv.

Kornhausbrücke
Eine Ampel blockiert die Velospur auf der Kornhausbrücke. (Bild: Anna Shao)

2. Quaibrücke – Veloweg verschwindet im Fussverkehr

Kurz vor dem Bellevue endet der Veloweg plötzlich, direkt im dichten Fussgänger:innenstrom. Ohne erkennbare Weiterführung sind Velofahrende gezwungen, sich langsam durch die Menge zu bewegen.

Bellevue
Veloweg ins Nichts: Auf der Quaibrücke endet die Spur abrupt im Fussgänger:innenstrom. (Bild: Anna Shao)

3. Rötelstrasse – plötzliches Ende bei Verkehrsinsel

Der Velostreifen führt direkt auf eine Verkehrsinsel zu – und hört kurz davor einfach auf. Wer hier fährt, muss sich in den fliessenden Verkehr einordnen, was gerade bei hohem Verkehrsaufkommen gefährlich werden kann.

Rötelstrasse
Kurz vor der Verkehrsinsel endet der Velostreifen abrupt – Velofahrende müssen in den motorisierten Verkehr wechseln. In Zürich ein bekanntes Muster. (Bild: Anna Shao )

4. Bucheggplatz – unklare Führung im Mischverkehr

Die Veloführung am Bucheggplatz ist unübersichtlich und durch Baustellen zusätzlich erschwert. Velofahrende teilen sich den Raum mit Autos und Fussgänger:innen, ohne klare Abgrenzung.

Bucheggplatz
Velofahrende navigieren zwischen Autos, Fussgänger:innen und Baustellen – eine klare Führung fehlt. (Bild: Anna Shao )

5. Bucheggstrasse – Veloweg endet neben vierspuriger Strasse

Nach dem Bucheggplatz führt der Veloweg entlang der stark befahrenen Bucheggstrasse, bis er abrupt endet. Wer hier weiterfahren will, muss sich direkt neben dem motorisierten Verkehr bewegen.

Bucheggstrasse
An der Bucheggstrasse endet der Veloweg unerwartet. Wer Richtung Rosengartenstrasse fährt, landet direkt im dichten Autoverkehr. (Bild: Anna Shao )

6. Hardbrücke – Koexistenz auf engem Raum

Velos, Fussgänger:innen und wartende Passagiere teilen sich auf der Brücke denselben Bereich. Zwar gibt es Lichtsignale am Boden, doch sie schaffen kaum Orientierung – vor allem zu Stosszeiten.

Hardbrücke
Verkehrsmix auf der Hardbrücke: Hier treffen Velos, Fussgänger:innen und Pendler:innen aufeinander. (Bild: Anna Shao)
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vera

Vera hat an der Universität Zürich Politikwissenschaft und Geschichte der Neuzeit studiert. Während ihres Studiums engagierte sie sich als Vorstandsmitglied im Fachverein Polito, wo sie verschiedene Events organisierte und Diskussionen zu aktuellen politischen Themen mitgestaltete. Ihr Interesse an Medien und politischer Teilhabe führte sie in den Bereich Civic Media, wo sie seit April 2025 als Praktikantin tätig ist.

Kommentare

Denise
27. Mai 2025 | 17:40

Rücksichtnahme

Velowege finde ich gut. Nur muss ich als ältere Fussgängerin etwas erwähnen. Die Velofahrer fahren sehr oft zu schnell, überholen kreuz und quer und manchmal wird es gefährlich. 2 mal wurde ich in einer Kurve auf einem Fussgängerstreifen von einem Velo erfasst. Noch nie hat mich ein Auto angefahren aber 2 mal ein Velo. Die Velos kommen leise und für Fussgänger so plötzlich. Ich wünschte mir mehr korrekt und rücksichtsvollere Velofahrer. Danke.

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